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Wieseneggen

von Gabriele Hirsch | Feb. 5, 2026 | LogIn Bereich

Wo gehobelt wird…

 

.. fallen nicht immer Späne. Beim sogenannten „Wiesenhobeln“ oder Wieseneggen soll das Grünland auf die kommende Saison vorbereitet werden. Ob und wie das Sinn macht, wird im Folgenden betrachtet.

Die Tage sind schon länger und die steigenden Temperaturen lassen das junge Grün rasch wachsen. Jetzt wird traditionell die erste Maßnahme in der Wiese gesetzt. Bevor dies passiert, sollte man sich allerdings ein paar Gedanken machen:

Wann ist der optimale Zeitpunkt?

Da ist die Antwort: so früh wie möglich. Allerdings muss die Befahrbarkeit gegeben sein, um Bodenverdichtungen und Narbenverletzungen zu vermeiden. Bei durchnässten Böden und in Hanglagen muss ein Kompromiss eingegangen und eine entsprechende Abtrocknung abgewartet werden, da sonst langfristige Schäden verursacht werden.

Auch der Pflanzenbestand beeinflusst den Einsatzzeitpunkt. Bei einem späten Einsatz in kleereichen Wiesen besteht die Gefahr, die jungen Kleeblätter zu sehr zu beschädigen. Damit wird die erste Assimilationsfläche genommen und es ist ein erneuter Antrieb aus der Wurzel nötig, was vor allem dem Rotklee Energie und Kraft nimmt. Luzerne reagiert hier noch deutlich sensibler.

Bei Weißklee werden auch die Bodentriebe zerstört, was einen ähnlichen Effekt hat. Gräser sind aufgrund ihrer Blattstruktur (einkeimblättrig!) deutlich toleranter.

Wird mit dem Wieseneggen die Entfernung unerwünschter Arten beabsichtigt, so ist diese Sanierungsmaßnahme zu einem späteren Schnitt im Jahr sinnvoller. Dies auch deshalb, weil in der klimatischen Veränderung dem ersten Schnitt immer größere Bedeutung zukommt und dieser so gut wie möglich auch geschont werden muss.

 

Welche Gründe gibt es, um aktiv zu werden?

Natürlich gilt es in erster Linie die Bestände von Maulwurfs- und Wühlmaushügeln zu befreien. Die verschmutzen nicht nur das Futter im ersten Schnitt, sie sorgen auch bei entsprechender Größe und Abdeckung dafür, dass die Narbe darunter Schaden nimmt oder sogar abstirbt. Dadurch entstehen größere Lücken. Diese werden in Folge von unerwünschten Arten besetzt bzw. müssen sie durch Nachsaat geschlossen werden. Besonders die Nachsaat ist so früh im Jahr nicht optimal, da die Temperaturen noch zu gering sind und auch Spätfröste drohen.

Ein weiterer guter Grund ist die Einarbeitung von Rückständen aus einer Herbstdüngung mit Mist oder unverdünnter Gülle. Auch hier ist die Futterverschmutzung das Hauptthema.

Sehr hartnäckig hält sich die Annahme, dass ein starker Eggen- oder Striegeleinsatz im Frühjahr die Bestockung und damit die Verdichtung der Grasnarbe fördert. Dieser Mythos ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Auch die Gräser und da vor allem die Horstgräser wie das wichtige Knaulgras leiden unter der Verletzung des Stocks. Diese Verletzungen müssen von den Pflanzen vor einem Aufwuchs mit eingelagertem Zucker geschlossen werden der eigentlich für die Bildung der Blattmasse vorgesehen war. Zudem bieten die Verletzungen eine Eintrittspforte für Schadorganismen wie Pilze und Bakterien.

Die Bestockung der Gräser wird alleine durch Mahd oder Wiederkäuerverbiss angeregt!

Womit soll/kann die Maßnahme erfolgen?

Da kommt es auch darauf an, was das Ziel der Arbeit ist.

Zum Einebnen von Erdhügeln eignen sich moderate Striegel sehr gut. Diese sollten flach (nicht auf „Griff“) eingestellt sein und eine Zinkenstärke bis 8mm aufweisen. Damit wird eine gröbere Verletzung der Pflanzen verhindert und das Erdmaterial trotzdem gut eingearbeitet. Oft sind auch Bleche vorgebaut, die ebenfalls für diese Arbeit vorgesehen sind. Auch die sogenannten „Wiesenringe“ eignen sich für diese Maßnahme sehr gut. Diese Ringe sind auch gut geeignet, um Rückstände von angerottetem Festmist in die Narbe einzumassieren ohne großen Schaden anzurichten. Wenn am Betrieb noch alte Eiseneggen vorhanden sind, können diese umgedreht mit den Zinken nach oben ebenfalls zum Einsatz kommen.

Zum Entfernen von Strohrückständen, dem Ausstriegeln von Ast- oder Blattmaterial oder der Beseitigung von geringem Filz sind Zinkenstärken von bis zu 10mm geeignet. Auch hier ist auf eine flache Zinkenstellung zu achten.

Stärkere Zinken oder eine aggressivere Einstellung sollten wegen der Narbenverletzungen nur für Sanierungen eingesetzt werden. Eine Sanierung, zum Beispiel gegen Gemeine Rispe, ist auch gut mit einer Spätsommer Nachsaat kombinierbar.

Fazit!

So viel wie nötig, so wenig wie möglich ist hier die Devise.

Jeder Einsatz von Technik stellt für das Grünland auch Stress dar. Es gilt abzuwägen, was notwendig, sinnvoll oder auch entbehrlich ist. Auch den Einsatz von Arbeitskraft, Betriebsmitteln und Matrialverschleiß gilt es betriebswirtschaftlich zu bedenken.

Wird der erste Aufwuchs so gut wie möglich auf die Vegetation vorbereitet aber auch geschont, steht einem erfolgreichen Grünlandjahr nichts mehr im Wege.

Kontakt
Gabriele Hirsch, MSc
+43 676 3838968
gabrielehirsch@gmx.at
3354 Wolfsbach

Impressum // Datenschutz
©2025 Gabriele Hirsch, MSc

Website & Design: SP STUDIO

 

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