Rotklee (Trifolium pratense)
Rotklee ist eine der bedeutendsten Futterpflanzen in österreichischen Grünlandbetrieben und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Mit seinen charakteristischen rosafarbenen Blütenköpfen und seinem tief verwurzelten Wurzelwerk hat Rotklee zahlreiche ökologische, landwirtschaftliche und wirtschaftliche Vorteile – von der Futterqualität bis hin zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.
Rotklee ist eine mehrjährige Pflanze, die in nahezu allen Arten der Grünlandbewirtschaftungen eingesetzt wird. Die Pflanze zeigt dreizählige Blätter, deren Blattsegmente fiederteilig sind. Die Blüten bilden kugelige bis ballige Köpfchen in Rosa bis Purpurrot, die in kurzen Rispen an den Achseln der Tragblätter oder am Blütentriebende. Rotklee kommt auch mit leicht sauren bis neutralen Böden gut zurecht.
Durch seinen hohen Proteingehalt und Mineralstoffe liefert er hochwertiges Futter – vor allem für Rinder.
Rotklee ist zusammen mit Gräsern ein hochwertiger Partner in Pflanzengemeinschaften wie Wiesen und besonders auch im Feldfutter. Er trägt als Tiefwurzler wesentlich zur Bodenverbesserung bei und bietet als Blühpflanze auch Nektar für Bestäuber wie Wild- und Honigbienen.
Der Rotklee und die Knöllchenbakterien
Eine der größten Stärken des Rotklees liegt in seiner Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) bei der Luftstickstoff verfügbar gemacht wird. Wenn Rotklee keimt und wächst, bildet die Pflanze spezifische Wurzelhaare, in welche die Rhizobien aus dem Boden eindringen. Dort bilden sie sich zu sogenannten Knöllchen weiter, meist in kugel- oder röhrenförmigen Strukturen. In den Knöllchen wandeln die Rhizobien gasförmigen Luftstickstoff (N2) in Ammonium-Verbindungen (NH4+) um. Die Pflanze liefert im Gegenzug Zucker an die Rhizobien.
Hohe extern zugeführte Stickstoffdüngung kann die Symbiose hemmen, weil die Pflanze weniger Anreiz hat die Rhizobien zu unterstützen. Der durch Fixierung gebundene Stickstoff wird nicht nur von Rotklee genutzt, sondern auch von Bodenorganismen und späteren Kulturen in Fruchtfolgen, was ebenfalls die Bodenfruchtbarkeit verbessert.
Pflegetipps und Anbaupraxis
Boden: Durchlässig, humusreich; leicht sauer bis neutral; kalkverträglich!
Aussaat: Frühling oder Spätsommer, Bodenwärme ideal über 8–10°C
Unbedingt muss der Rotklee vor dem Winter noch ausreichend Blattmasse bilden können. Der erste Winter (nach einer Spätsommer Ansaat) ist auch maßgeblich für die Ausdauer von frisch gesätem Rotklee da die Pfahlwurzel noch nicht vollständig ausgebildet ist und somit auch nur bedingt als Speicherorgan für den nächsten Austrieb zur Verfügung steht.
Düngung: Moderater zusätzlicher Stickstoffbedarf (siehe Knöllchenbakterien!). Rotklee benötigt wie alle Leguminosen ausreichend Phosphor als Basisnährstoff.
Pflege: Da der Rotklee so gut wie keine Ausläufer bildet, sollte er als Pfahlwurzler höher gemäht werden (mind. 8 cm) um die Ausdauer zu erhöhen. Auch vermindert sehr häufiges Mähen einen längerfristigen Verbleib im Bestand.
Vermehrung: Da sich Rotklee so gut wie ausschließlich über Samen vermehrt, muss er in Dauerwiesen oder langjährigen Ackerfuttern immer wieder nachgesät werden.
Sorten und Vielfalt: Es gibt viele verschiedene Sorten von Rotklee, die sich in Wuchsform, Blütenfarbe, Wuchshöhe und Blattform unterscheiden. Vor allem in der Schweiz unterscheidet man zwischen Matten(rot)klee, Acker(rot)klee und Weide(rot)klee. Mattenkleesorten zeichnen sich durch eine deutlich bessere Ausdauer aus als die übrigen kultivierten Rotkleetypen.
Sorten mit kürzerer Ausdauer werden als Ackerklee bezeichnet. Auch wenn die Ausdauer der neueren Sorten verbessert werden konnte, büßt der Pflanzenbestand meist bereits im ersten Hauptnutzungsjahr deutlich an Wuchskraft ein. Ackerklee wird besonders im Zwischenfutterbau und in Mischungen für kurze Dauer eingesetzt.
Durch Kreuzung von Mattenkleesorten mit Wildformen des Rotklees, die in den Weiden des Juras gedeihen, hat die Pflanzenzüchtung einen Sortentypus geschaffen, der sich für die Weide besonders gut eignet. Vor allem bei eher trockenen Verhältnissen hat dieser Klee gegenüber dem Weißklee Vorteile.
(Quelle: www.eagff.ch)
Mögliche Herausforderungen
Vor allem bei ungünstigem Standort und/oder Nährstoffversorgung kann es zu Krankheiten wie Mehltau, Rost und Blattflecken kommen. Dabei gibt es auch deutliche Sortenunterschiede.
Staunässe kann zu Wurzelfäule führen; längere Trockenperioden mindern die Biomasse.
Rotklee ist eine robuste, vielseitige Pflanze, die weit mehr bietet als nur Futter. Seine Fähigkeit zur Stickstoffbindung verbessert die Bodenfruchtbarkeit, er unterstützt die Artenvielfalt im Grünland und liefert hochwertiges Futter.
