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Herbstkalkung

von Gabriele Hirsch | Aug. 31, 2026 | LogIn Bereich

Kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat, CaCO₃) wirkt auf Grünland-Futterwiesen primär als Bodenverbesserer und Nährstoffregulator, der sich direkt auf die Futterqualität und den Ertrag auswirkt.

Im Vergleich zu Branntkalk besitzt er eine sanftere, aber nachhaltige Langzeitwirkung und ist auch im biologischen Landbau uneingeschränkt zugelassen.

Die Wirkung lässt sich in vier Kernbereiche unterteilen:

  1. Chemische Wirkung: Regulierung des pH-Werts

  • Säureneutralisation: Kohlensaurer Kalk bindet überschüssige Wasserstoffionen im Boden und hebt den pH-Wert schonend an. Der optimale Ziel-pH-Wert für intensives Grünland liegt meist zwischen 5,5 und 6,5 – je nach Bodenschwere.
  • Nährstoffmobilisierung: Ein stabiler pH-Wert sorgt dafür, dass Hauptnährstoffe wie Phosphor, Kalium und Stickstoff im Boden gelöst und für die Graswurzeln überhaupt erst aufnehmbar werden.
  1. Botanische Wirkung: Verbesserung der Pflanzenbestände

  • Förderung wertvoller Futtergräser: Qualitätsgräser (wie das Englische Raygras) und Leguminosen (wie Rotklee) benötigen eine gute Kalkversorgung.
  • Verdrängung von Unkräutern: Saure, verdichtete Böden neigen zur Verunkrautung. Durch das optimierte Milieu wachsen die Gräser dichter, schließen Lücken und verdrängen säureliebende „Kompaktzeiger“ wie Moos, Hahnenfuß oder Ampfer.
  • Verbesserter Nachsaat-Erfolg: Eine funktionierende Nachsaat gelingt auf gut gekalkten Böden deutlich besser, da die jungen Wurzeln nicht durch Bodensäuren gehemmt werden.
  1. Physikalische Wirkung: Stabilisierung der Bodenstruktur

  • Krümelbildung: Die Calcium-Ionen verbinden sich mit Ton- und Humusteilchen (Ton-Humus-Komplex). Dies sorgt für eine stabile, feinkrümelige Bodenstruktur.
  • Wasser- und Lufthaushalt: Regenwasser kann spürbar besser in den Boden einsickern (Infiltration). Das schützt Hanglagen vor Erosion und speichert vor allem Feuchtigkeit für Trockenperioden, da in den Poren mehr Wasser gehalten werden kann. Zudem steigen die Durchlüftung und die Tragfähigkeit (Befahrbarkeit) der Wiese.
  1. Biologische Wirkung: Belebung des Bodens

  • Aktivierung des Bodenlebens: Regenwürmer und nützliche Bodenbakterien meiden saure Böden. Kalk aktiviert diese Organismen, wodurch organisches Material (wie Wirtschaftsdünger oder Wurzelreste) schneller zu pflanzenverfügbarem Humus abgebaut wird.

💡 Wichtige Praxishinweise zur Ausbringung:

  • Mahlgrad entscheidet über Wirkungstempo:

Da kohlensaurer Kalk nicht wasserlöslich ist, hängt die Reaktivität extrem von der Feinheit ab. Je feiner vermahlen (z. B. Mikro-Mahlgrad unter 0,1 mm), desto schneller steigt der pH-Wert an der Bodenoberfläche.

  • Beste Zeitpunkte:

Die Ausbringung im Spätsommer/Herbst (nach dem letzten Schnitt oder nach der Nachweide) oder im sehr zeitigen Frühjahr hat sich bewährt.

  • Wartezeit für Tiere: Da es sich um ein reines Naturprodukt handelt, ist die Weidenutzung oder der nächste Schnitt meist schon 4 bis 6 Wochen nach dem Kalken wieder bedenkenlos möglich.

Kontakt
Gabriele Hirsch, MSc
+43 676 3838968
gabrielehirsch@gmx.at
3354 Wolfsbach

Impressum // Datenschutz
©2025 Gabriele Hirsch, MSc

Website & Design: SP STUDIO

 

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