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Gemeine Rispe

von Gabriele Hirsch | Feb. 5, 2026 | LogIn Bereich

Die Gemeine Rispe – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

 

Aktuell stehen die milchproduzierenden Betriebe ökonomisch stark unter Druck. Um wirtschaftlich Grünfutter zu produzieren müssen gerade deshalb hohe Erträge, aber auch vor allem sehr gute Qualitäten mit dem eigenen Grundfutter erzeugt werden. Da gilt es, das Standortpotential auszunutzen.

 

Die Bewirtschaftungsweise hat maßgeblich Einfluss darauf, welche ausdauernden und besonders ertragsstarken Gräser und Leguminosen sich im Bestand halten. Es finden sich aber in den Pflanzengemeinschaften auch immer wieder Arten, die nicht angesät oder nachgesät wurden. Diese wachsen sehr oft aus einem im Boden vorhandenen Samenpotential und sind an den Standort bestens angepasst. Sehr oft sind es aber genau die Arten, die der Qualität und dem Ertrag entgegenwirken.

Standort

Ein besonderes problematisches und im österreichischen Dauergrünland mittlerweile weit verbreitetes unerwünschtes Gras ist die Gemeine Rispe (Poa trivialis).

Im Wuchs ist sie eher unscheinbar und fühlt sich in frisch-feuchten Beständen mit guter Nährstoffversorgung wohl. Somit ist sie ein häufiges Problem in intensiv genutzten Wiesen. Durch ihre oberirdischen Ausläufer, die einen dichten Filz bilden können, profitiert sie von der Gülledüngung und immer wiederkehrenden unergiebigen Niederschlägen, die hauptsächlich den oberflächlichen Bodenhorizont versorgen. Außerdem trotzt sie auch Starkregenereignissen und der damit verbundenen Staunässe.

Dagegen fühlt sie sich auf seichtgründigen, sandigen und damit trockenen Standorten nicht wirklich wohl.

Längere Hitze- und Trockenphasen führen bei der Gemeinen Rispe zu einer deutlichen Wachstumsdepression bis hin zu einem ertraglichen Totalausfall.

Futterwert

In der Futterwert Nomenklatur nach KLAPP wird der Gemeinen Rispe ein Futterwert von 7 zugestanden. Dies bezieht sich allenfalls auf den ersten Aufwuchs, zu dem die Gemeine Rispe ertraglich noch ein wenig beiträgt. Spätestens in allen Folgeaufwüchsen reduziert sich dieser Futterwert auf maximal 4. Wertmindernd kommt noch hinzu, dass bei einem höheren Anteil im Bestand der Wurzelfilz sehr schnell einen muffigen Geruch entwickelt, der die Futteraufnahme durch die Tiere beeinträchtigt.

Lückenfüller

Durch eine verlängerte Vegetationsperiode im Klimawandel, aber auch durch die Zunahme von Heutrocknung und Silagegewinnung, hat sich die Schnittfrequenz im intensiven Grünland erhöht. Viele Dauerwiesen unterliegen einer 4- bis 6-Schnitt Nutzung. Damit ist die Anzahl der Futtergräser im Bestand eingeschränkt, da nicht alle Grasarten die Vielschnittnutzung dulden. Dies wiederum fördert nicht besonders – anders als in der Weide – die Bildung einer dichteren Grasnarbe.

Unter diesen Nutzungsvoraussetzungen bleibt daher bei entsprechenden Standortverhältnissen immer noch genügend Platz für die Ausbreitung der Gemeine Rispe, denn sie ist ein hervorragender Lückenfüller. Mit ihren Ausläufern besetzt sie sehr schnell die freiwerdenden Stellen, vor allem wenn schon ein erhöhter Anteil von Gemeiner Rispe im Bestand ist.

Das kann den Eindruck erwecken, dass eine intakte Grasnarbe vorhanden ist. Vor allem im frühen Frühjahr erkennt man die hellgrünen Flächenanteile. Diese Freude währt allerdings nur kurz.

Nehmen diese Flächenanteile überhand, wird eine halbherzige oder gar keine Bekämpfung durchgeführt, verliert man sehr schnell Futterwert und Ertrag auf diesen Wiesen. Damit wird die Gemeine Rispe zum dauerhaften „Ungras“.

Bekämpfung

Besonders ihre fehlende Trockentoleranz und das Flachwurzelsystem sind die Ansatzpunkte bei der Bekämpfung der Gemeinen Rispe.

Daher hat das intensive Ausstriegeln mit geeigneten Starkstriegelzinken im Spätsommer (August bis Anfang September) z.B. nach dem dritten Schnitt, den größten Effekt. Dabei muss im rechten Winkel kreuz und quer gestriegelt werden und das ausgestriegelte Material unbedingt abgeführt werden! Passiert das nicht, wächst die Gemeine Rispe schnell wieder an und wurde vielleicht sogar durch Verteilung vermehrt.

In der Folge muss eine geeignete Mischung übergesät werden. Dabei ist es wichtig, dass die gewählte Saatgutmischung genau die Pflanzenarten enthält, die der betriebsspezifischen Nutzung entsprechen. Die Spätsommernachsaat hat hier einige Vorteile:

 

  • Die Altnarbe ist auch ohne Striegeleinsatz (wenn keine Sanierung notwendig) weniger Konkurrenz zu den neuen Pflänzchen
  • Der Boden ist warm
  • Die Tage sind nicht mehr ganz so heiß und die Nächte warm
  • Der Tau ist eine unterschätzte Feuchtigkeitsquelle – vor allem für das Korn zur Keimung

Der Erfolgt hängt auch davon ab, ob das Korn auf offenen Boden fällt. Auch das Anwalzen des Saatgutes erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Fazit

Jede Wiese muss immer wieder auf ihre Zusammensetzung kontrolliert werden. Eine gewisse Artenkenntnis ist hier sehr hilfreich. Wenn man sich nicht sicher ist, ist es sinnvoll kundige Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Jedenfalls gilt es gegen unerwünschte Arten zeitgerecht aktiv zu werden. Angepasste Düngung, pflanzenschonender Schnitt, gezielte Nachsaat und wenn es gar nicht anders geht die Sanierung sind da die Palette der Möglichkeiten.

Dann stimmt es – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Kontakt
Gabriele Hirsch, MSc
+43 676 3838968
gabrielehirsch@gmx.at
3354 Wolfsbach

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