Knaulgras (Dactylis glomerata)
Knaulgras ist ein sehr massenwüchsiges, ausdauerndes Obergras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), das im ersten Aufwuchs früh treibt und eine besonders hohe Nachtriebskraft hat.
Seine Entwicklung – und damit das Ertragspotential – ist erst ab dem zweiten Jahr vollständig abgeschlossen. Halme mit Samen bildet Knaulgras in der Regel nur im ersten Schnitt. Deshalb trägt es in den Folgeschnitten besonders zum Blattertrag und damit zur Qualität des Schnittgutes bei. Seinen Namen hat das „Gemeine Knäuelgras“ von seinen typischen, geknäuelten, rispigen Blütenstand. Es ist ein vorzügliches Obergras für Grünfutter- und Heugewinnung. Zur Beweidung ist es aber nur bedingt geeignet und da besonders in Pferdeweiden eingesetzt.
Entsprechend seiner großen Massenwüchsigkeit muss Knaulgras stark gedüngt werden. Wo große Futterleistungen verlangt werden oder wo mit Erfolg Knaulgras Samen gewonnen werden soll, muss der Boden auch lehmhaltig sein.
Wertvolle Zuchtsorten zeichnen sich durch spätes Schossen und weiche Blätter aus. Frühe Sorten leiden leicht unter Spätfrösten und haben oft harte Halme und scharfkantige Blätter.
Knaulgras ist ein ausgeprägtes Horstgras und bildet dichte, aufrechte Bestände mit türkis-grünen Blättern. Es ist auf Grund seines tiefen und verästelten Wurzelstocks auch sehr trockenheitstolerant. Das jüngste Blatt ist deutlich gefaltet und sehr abgeflacht. Damit lässt sich Knaulgras in den Wiesen sehr leicht erkennen.
Der Rohproteingehalt liegt je nach Schnittzeitpunkt und Nährstoffversorgung im mittleren bis oberen Bereich, insbesondere in jungen Sprossen. Knaulgras sollte immer in Gemeinschaft mit anderen Gräsern und Kleearten kultiviert werden. Dies trägt zur Ertragsstabilität und vor allem zur Qualität des Erntegutes bei.
Knaulgras ist unter den sich ändernden Klimabedingungen ein sehr wertvolles Futtergras. Es ist Vielschnitt verträglich, wobei wegen des ausgeprägten Horstes auf eine ausreichende Schnitthöhe zu achten ist.
Anbau und Pflege
- Standort: Es bevorzugt humose, gut durchlüftete Böden mit mäßiger bis guter Wasserversorgung, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Um Knaulgras dauerhaft zu etablieren, muss wegen des tiefen Wurzelstocks ausreichend Bodenhorizont gegeben sein.
- Aussaat: Bei Bodentemperaturen ab mindesten 10°C ist eine Aussaat von Frühjahr bis in den Spätsommer möglich. Die optimale Saatstärke in Reinsaat sind 30 – 40 kg/ha je nach Sorte und Anbaubedingungen. Bei Mischungen sind die angegebenen Saatstärken der Hersteller einzuhalten.
- Düngung: Um den Nährstoffbedarf genau zu bestimmen sollte immer eine Bodenuntersuchung voraus gehen. Knaulgras reagiert sehr positiv auf ausreichende Stickstoffgaben pro Schnitt, wobei in Mischkulturen auf den Gesamtbestand in Hinblick auf den Leguminosenanteil Rücksicht genommen werden sollte.
- Krankheiten und Schädlinge: Knaulgras ist eine robuste Art, wobei es auch hier deutliche Sortenunterschiede in Anfälligkeiten z.B. für Roste gibt.
- Vermehrung: In Vielschnittbeständen fehlt das regelmäßige Aussamen der vorhandenen Pflanzen. Somit muss Knaulgras bei regelmäßiger Bestandeskontrolle auch im Gegensatz von ausläuferbildenden Arten nachgesät werden.
Knaulgras ist nach Ertrag und Futterwert eines der wertvollsten Futtergräser. Seine Trockenheitstoleranz und seine Nachtriebsstärke tragen zur Resilienz von Grünlandbeständen bei. Bei ausreichender Düngung und passenden Schnittzeitpunkten bringt Knaulgras hohe Energieerträge bei einem ausgeglichenen Protein-Stärke-Verhältnis im Futter.
