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Botulismus

von Gabriele Hirsch | Mai 8, 2026 | LogIn Bereich

Botulismus – eine unterschätzte Gefahr

 

In der Grünlandwirtschaft bezeichnet Botulismus eine schwere, oft tödliche Vergiftung von Nutztieren (insbesondere Rindern und Pferden), die meist durch kontaminiertes Futter ausgelöst wird.

Das Bakterium Clostridium botulinum produziert eines der stärksten natürlichen Gifte der Welt. Die größte Gefahr besteht in der Produktion von Silage, da das Bakterium Clostridium botulinum unter Sauerstoffabschluss ideale Wachstumsbedingungen findet. Ein Silo oder Silageballen bietet genau diese Bedingungen. In feuchtem, sauerstoffarmem Milieu mit unzureichender Säuerung (pH-Wert über 4,5 bis 5,0) bleibt das Toxin stabil und gefährlich.

Die häufigste Ursache ist das versehentliche Einsilieren von Kleintieren (z. B. Mäusen, Ratten oder Rehkitzen), die beim Mähen getötet wurden. In den verwesenden Kadavern vermehren sich die Bakterien massenhaft und bilden hochkonzentriertes Nervengift, das sich in der umliegenden Silage verteilt. Da die Erreger aber auch im Boden vorkommen, kann stark mit Erde verschmutztes Futter (z. B. durch zu tiefe Schnitte oder Maulwurfshügel) das Risiko erhöhen.

Bereits kleinste Mengen Toxin (wenige Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht) können tödlich sein. Ein einzelner in den Silostock geratener Tierkadaver kann ausreichen, um große Mengen des umliegenden Futters hochgradig zu vergiften. Das Gift ist für Mensch und Tier weder zu riechen noch zu schmecken oder zu sehen. Ein Landwirt kann somit nicht erkennen, ob eine Silagepartie kontaminiert ist, bevor die ersten Tiere Symptome zeigen. Da Silage meist im großen Stil an die gesamte Herde verfüttert wird (z.B. über Mischwagen), kann eine einzige kontaminierte Stelle im Silo zum plötzlichen Verenden dutzender oder hunderter Tiere führen.

Symptome bei Tieren

Betroffene Tiere zeigen typische Lähmungserscheinungen, die oft mit Kau- und Schluckbeschwerden beginnen. Es folgen:

  • Festliegen und Muskelschwäche.
  • Speicheln und heraushängende Zunge.
  • Tod durch Atemlähmung.

Botulismus ist eine reine Vergiftung, keine Infektion. Daher helfen Antibiotika nicht gegen das bereits aufgenommene Gift. Die Behandlung von Botulismus bei Nutztieren ist extrem schwierig, da das Gift die Nervenenden dauerhaft blockiert und bereits eingetretene Lähmungen nicht sofort rückgängig gemacht werden können. Die Überlebenschancen sind bei Tieren, die bereits liegen oder Atembeschwerden haben, sehr schlecht (Mortalität bis zu 90 %). Wenn ein Tier überlebt, dauert die Regeneration der Nerven oft Wochen bis Monate.

 

Unterstützende Maßnahmen

Da die Tiere oft nicht mehr schlucken können oder festliegen, ist eine intensive Pflege entscheidend für eine mögliche Genesung:

  • Flüssigkeit und Nahrung:

Zufuhr über eine Schlundsonde oder Infusionen, da die Schluckmuskulatur gelähmt ist.

  • Dekontamination:

Gabe von Aktivkohle oder Abführmitteln (Glaubersalz), um noch nicht aufgenommenes Gift aus dem Darm zu entfernen.

  • Lagerung:

Festliegende Tiere müssen weich gebettet und regelmäßig gewendet werden, um Wundliegen zu vermeiden.

  • Vitamine:

Die Gabe der Vitamine A, D3 und E kann die Regeneration unterstützen.

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Was vermieden werden sollte

  • Bestimmte Antibiotika:

Einige Antibiotika (wie Penicillin oder Tetracycline) können die Lähmung verschlimmern, da sie beim Absterben der Bakterien im Darm zusätzliches Toxin freisetzen können.

  • Magnesium:

Die Gabe von Magnesium ist bei Botulismus kontraindiziert, da es die Signalübertragung an den Nerven weiter blockiert.

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Vorbeugung durch Bewirtschaftung

Um das Risiko zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  1. Wildtierschutz: Wiesen von innen nach außen mähen, um Tiere aufzuscheuchen, oder Flächen vorher absuchen.
  1. Schnitthöhe anpassen: Eine Schnitthöhe von mindestens 7 cm einhalten, um den Eintrag von Erde und bodennahen Bakterien zu verhindern. Damit werden auch die Folgearbeiten höher ausgeführt und das Risiko minimiert.
  1. Sauberkeit: Futterflächen sauber halten und Schadnager (Ratten/Mäuse) konsequent bekämpfen.
  1. Qualitätskontrolle: Silage vor dem Verfüttern auf Fremdkörper oder Kadaverreste prüfen.

Gerade bei sehr trockenen Bedingungen ist die Versuchung groß, den Schnitt tiefer anzusetzen, um vermeintlich etwas mehr zu ernten. Der Schuss geht aus mehreren Gründen nach hinten los. Futterverschmutzung, Grasnarben Beschädigungen, Verzögerung des Wiederantriebs und nachhaltigen Pflanzenschädigungen sind auch ohne Clostridium botulinum ein dauerhafter Schaden für Futter, Tiere und das Wirtschaftsgrünland.

*(Quelle: www.msdvetmanual.com, aufgerufen am 6.5.2026)

**(Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov, National library of medicine, aufgerufen am 6.5.2026)

Kontakt
Gabriele Hirsch, MSc
+43 676 3838968
gabrielehirsch@gmx.at
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